Günstiges Headset mit edlem Klang?

Auf Colearn.de habe ich über das exzellent klingende Headset-Ansteck-Mikrofon V-Moda Boom Pro geschrieben. Dieses Mikrofon läßt sich an jedem Kopfhörer betreiben, der eine 3,5 mm Buchse für das Kopfhörer-Kabel hat. Das Kopfhörer-Kabel tauscht man gegen das Kabel mit dem Boom Pro Mikrofon einfach aus. Damit baut man sich sein eigenes Headset zusammen. Das V-Moda Boom Pro kostet 33 € und braucht den Vergleich mit teuren Mikrofonen nicht zu scheuen.

Bild: KhPape CC BY. Mikrofon V-Moda Boom Pro

Kopfhörer mit 3,5 mm Klinken-Buchse sind rar

Das ist der Haken: Es gibt mehrere Kopfhörer-Konstruktionen mit steckbarem Kabel, z.B. von Sennheiser, von AKG, von Beyerdynamic, und etlichen mehr. Leider haben nur wenige die fürs V-Moda Boom Pro benötigte 3,5 mm Klinkenbuchse. Sehr viele aktuelle Kopfhörer haben eine Bluetooth-Verbindung, und brauchen gar kein Kabel mehr. Mit vier Kopfhörern mit 3,5 mm Buchse habe ich experimentiert. Hier meine persönlichen Erfahrungen.

Beyerdynamic Custom Game

Bild: KhPape CC BY. Beyerdynamic Custom Game mit V-Moda Boom Pro

Der Custom Game ist ein Kopfhörer, der schon so ein angestecktes Mikrofon mitbringt. Leider ist der Custom Game ein Auslaufmodell und damit bald nicht mehr zu bekommen. Der aktuelle Preis liegt bei etwa 150 €. Das V-Moda Boom Pro-Mikrofon lohnt sich auch hier. Sprache klingt deutlich klarer und weicher als bei dem von Beyerdynamic mitgelieferten. Der Custom Care ist ein großer Over-Ear-Kopfhörer, der zwar gut Umgebungsgeräusche abschirmt, aber auch vor der Kamera in Video-Konferenzen sehr klobig wirkt.

OneOdio Pro 10: günstig und gut

Bild: KhPape CC BY. OneOdio Pro 10 mit V-Moda Boom Pro

Auch ein Over-Ear Kopfhörer, der sogar zwei Klinkenbuchsen mitbringt: links 6,3 mm und rechts 3,5 mm. Obwohl der One Odio Pro 10 nur etwa 26 € kostet, hört er sich für mich besser an, als der Beyerdynamic Custom Game. Er trägt sich auch etwas angenehmer. Hat aber leider ebenfalls die klobige Bildwirkung vor der Kamera. Also, wenn es aufs Gesehen-werden nicht ankommt, z.B. bei Podcast-Aufnahmen, ist dies eine sehr günstige und gute Headset-Lösung:  Mit dem V-Moda Boom Pro liegt man dann bei 59 € für ein Headset mit exzellentem Mikrofon und angenehm sitzendem Kopfhörer mit gutem Klang.

Beats Solo 2

Bild: KhPape CC BY. Beats Solo 2 mit V-Moda Boom Pro

Der Beats Solo 2 sieht am besten aus. Er wirkt kleiner, weil ein On-Ear Kopfhörer. Verträgt sich auch gut mit dem V-Moda Boom Pro. Ist aber ebenfalls nur noch in Rest-Stükzahlen für rund 120 € zu bekommen. Der Kopfhörer-Ton ist recht basslastig, für meinen Geschmack ein wenig zu viel.

Marshall Major III: Die für mich beste Lösung

Bild: KhPape CC BY. Marshall Major III mit V-Moda Boom Pro

Auch der bekommt gerade einen Nachfolger den Major IV. Dafür ist der Major III aber preislich interessant: Für 52 € bekommt man die Variante nur mit Kabel, und ab 77 € die Bluetooth-Variante, die auch mit Kabel an der 3,5 mm Buchse betrieben werden kann. Und der Kopfhörer mit dem V-Moda Boom Pro am Kabel betrieben, gefällt mir klanglich am besten von all den vier hier vorgestellten. Er trägt als Over-Ear-Kopfhörer weniger auf und sitzt aber auch etwas fest. Die 3,5 mm Klinkenbuchse hält das Mikrofon sehr schön fest, man braucht ein wenig Kraft beim Reinstecken.

Ich hab mich für die Bluetooth-Variante entschieden, um auch mal ohne Kabel nur zuhören zu können. Mit 77 plus 33 € sind das jetzt zwar auch 110 €. Dafür gibt es aber einen richtig schönen Klang (nach meinem subjektiven Empfinden) und die anderen hören mich über ein wirklich gutes Mikrofon.

Termichy: Sehr günstig und gut

Bild: KhPape CC BY. Termichy X2 mit V-Moda Boom Pro

(Diesen Abschnitt habe ich am 28.1.2021 ergänzt.)
Wieder war es ein kleiner Hinweis von Ralf Stockmann auf diesen Kopfhörer Termichy X2. Man kann es kaum glauben, aber er wird als Kinderkopfhörer für etwa 20 € verkauft. Der hat die für uns wichtige 3,5 mm Klinkenbuchse, zusätzlich zum ebenfalls vorhandenen Bluetooth-Empfänger. Und in der schwarzen Version hat er gar nichts Kindliches. Dafür ist er im Videobild unaufdringlich klein und er läßt sich noch sehr kompakt zusammenfalten.

Nun zum Klang: Einen ganzen Tag lang habe ich ihn bei Video-Konferenzen benutzt. Obwohl kleiner, klingt er etwas basslastiger als mein Favorit Marschall Major III. Damit wirkt der Klangeindruck insgesamt ein klein wenig weniger transparent. Aber am Ende des Tages habe ich meine Hörgewohnheit schon so umgestellt, dass mir jetzt die Tiefen beim Major III schon ein wenig fehlen.

Also: Der Termichy in Verbindung mit dem V-Moda Boom Pro ist eine wirkliche Empfehlung für Video-Konferenzen und für Podcasts. Ich werde mir jetzt für jeweils 20 € (Termichy-Kopfhörer) und 33 € (V-Moda Boom Pro Mikrofon) 4 Sätze besorgen fürs Podcasten mit 4 Personen – wenn das nach Corona wieder möglich ist. (Damit brauche ich nicht mehr von 4 Beyerdynamic DT297 Headsets träumen. Da kostet einer 300 €.)

Bild: KhPape CC BY. Termichy X2 klein zusammengefaltet

Urbanears Plattan 2

Bild: KhPape CC BY. Urbanears Plattan 2 mit V-Moda Boom Pro

(Diesen Abschnitt ahbe ich am 1.2.2021 ergänzt.)
Auch der Hinweis auf diesen ähnlichen, aber nicht mit dem Kinder-Atribut versehenen Kopfhörer, kam von Ralf Stockmann. Deshalb habe ich ihn für 40 € beschafft und gleich getestet.

Mein persönlicher Eindruck im Vergleich zum 20 € Termichy:

  • Der Termichy trägt sich angenehmer, deutlich weniger Druck auf den Ohren. (Durch Aufbiegen des Bügels beim Ubanears läßt sich der Druck verringern.)
  • Der Termichy ist etwas kleiner, und trägt im Videobild weniger auf
  • Der Termichy ist deutlich lauter bei gleichem Pegel (deshalb ist das Vergleichen schwierig)
  • Der Termichy klingt eine Spur besser beim Musik kören (mehr Bässe)
  • Der Urbanears Plattan 2 läuft 30 Stunden mit Bluetooth, der Termichy nur 4 (aber Bluetooth nutzt man beim Betrieb als Headset mit dem V-Moda Boom Pro ja gar nicht)
  • Beide Kopfhörer wirken stabil genug für den Alltagsbetrieb. Ich kann keine Stabilitätsunterschiede erkennen.

Meine Favoriten-Reihenfolge hier

Da das Mikrofon ja hier immer das gleiche war, unterscheiden sich nur die Kopfhörer im Klang und in der Videobild-Wirkung:

  • Meine Nr. 1 im Klang ist der Marshall Major III,
  • dicht gefolgt vom Termichy X2 (Nr. 2),
  • gleich danach kommt der Urbanears Plattan 2 (Nr. 3),
  • darauf folgt der OneOdio Pro 10 (Nr. 4),
  • Danach folgt mit etwas Abstand der Beyerdynamic Custom Game (Nr. 5)
  • und dann folgt der Beats Solo 2 (Nr. 6).

Aber Klang wird ja sehr individuell unterschiedlich empfunden – auch weil unsere Hör-Fähigkeiten sehr unterschiedlich und altersabhängig sind.

Wichtiger als das eigene Klangerlebnis ist aber die gesendete Audio-Qualität, die ja die anderen hören. Ein gut klingender Kopfhörer verleitet gern dazu, auch auf die eigene hohe Sprach-Sendequalität zu schließen. Das aber ist ein Trugschluß. Oft hört man sich selbst ja gar nicht.

Und die Videobild-Wirkung ist natürlich auch vom eigenen Erscheinungsbild abhängig. Bei manch einem wirkt ein großer Over-Ear-Kopfhörer ja erst richtig professionell. Bei mir leider weniger.
(Diesen Abschnitt habe ich auch am 1.2.2021 ergänzt.)

Bild: KhPape CC BY. Die 6 getesteten Kopfhörer im Größenvergleich

Fazit:

Das Selber-Zusammenstellen eines Headsets mit gutem Mikrofon lohnt sich, wenn man professionellen Audio-Stimm-Klang für die Zuhörer erzeugen will. Das setzt aber einen ruhigen Raum voraus. Hat man den nicht, dann muss man auf die vielen Headsets zurückgreifen, die eine Geräuschreduzierung versprechen, aber damit auch das Sprach-Signal deutlich einschränken. Durch das günstige Boom Pro-Mikrofon läßt sich auch ein möglicherweise schon vorhandener Kopfhörer mit 3,5 mm Buchse zu einem guten Headset umrüsten. Wer keinen solchen hat, ist mit dem sehr günstigen Termichy X2 wirklich gut bedient.

Vielleicht kennst Du ja auch noch andere günstige Kopfhörer mit 3,5 mm Buchse. Ich würde mich über Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

An der Stelle sei noch einmal Ralf Stockmann gedankt, der uns überhaupt erst auf das V-Moda Boom Pro aufmerksam gemacht hat! Auch er hat inzwischen weitere Kopfhörer mit dem Boom Pro Mikrofon als Headsets getestet.

Hier gibts Hörproben vom Boom Pro Mikrofon im Vergleich zu anderen Mikrofonen, alle so aufgestellt, wie es bei den meisten im Video-Call wohl sein wird.

5 Gedanken zu „Günstiges Headset mit edlem Klang?“

  1. Danke Karlheinz für den wunderschönen Tipp mit den Termichy X2.

    Ich habe noch etwas geforscht und herausgefunden, dass der Hersteller “NIA” von dem Kopfhörer auch eine passende App für Android und iPhone anbietet. Zu finden in den entsprechenden Stores unter “NIA-Connect”. Wenn man sich dann mit dem Handy per Bluetooth über die “X2 Connect APP”-Freigabe verbindet und die App geöffnet hat, kann man auch direkt auf die einzelnen Lieder auf der micro-SD zugreifen und vor allem per Equalizer das Klangbild anpassen, z.B. die Stimmen verstärken. Damit ist der Kopfhörer dann noch besser für die Konferenzen geeignet, als jetzt schon.
    LG Roland

  2. Hallo Karlheinz, vielen Dank für die tolle und ausführliche Recherche. Die Kombination probiere ich auch mal aus. Den Termichy “Kinderkopfhörer” haben wir (v.a. aufgrund der Lautstärkebegrenzung und guten Bewertungen) bereits für unsere Kleinen im Einsatz … ohne Klagen. Übrigens: Aktuell gibt es den bei amazon sogar mit 3 EUR Rabatt für nur 16,99 EUR. 😉

  3. Danke für Deine wertvollen Tipps, die mir auch schon sehr geholfen haben.
    Ich habe lange mit einem guten on ear Headset gearbeitet, wobei mich die Polster aber eher irgendwann nerven auf den Ohren. Ich hatte aber etwas Probleme mit Hall in meinem Arbeitszimmer und wollte ein Mikrofon in der Nähe vom Mund. Ich mag lieber inear zum Musik hören und jetzt habe ich auch ein inear Headset gefunden.

    https://de.turtlebeach.com/products/battle-buds-black-silver
    29,90€

    Seit Weihnachten im Einsatz- bin ich sehr zufrieden damit. Es kommt auch eher aus der Gaming Szene.

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