Arbeiten und Lernen 2025: Was tun wir eigentlich?

(Beitrag wurde zuerst auf colearn.de veröffentlicht.) Arbeiten und Lernen 2025 – dieses Motto des Corporate Learning Camps CLC19HH am 28./29. März 2019 weist auf unsere Vision aus dem “MOOCathon Corporate Learning 2025”. Gleichzeitig erinnert es daran, dass wir durch unser Handeln diese Zukunft noch gestalten müssen. Wer, wenn nicht wir Learning Professionals, sollte eigentlich diese Gestaltungsaufgabe in den Organisationen anschieben? Dazu braucht es viele, die mitmachen. Und die müssen wollen und können.
Ist das nicht unser Job, Mitarbeiter mit Neuem zu konfrontieren? Mitarbeitern zu helfen, sich weiterzuentwickeln? Mitarbeiter überzeugend mitzureißen? Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte ganze Organisationen verändern werden, dann ist unsere Rolle entweder die anregende, unterstützende, vormachende – oder wir Corporate Learning Professionals spielen künftig keine wesentliche Rolle mehr.

Was tragen wir eigentlich bei?

Bild: Pixabay https://pixabay.com/de/

Wir müssen zeigen, dass wir mit dem digitalen Wandel nicht nur mithalten. Wir müssen den anderen zumindest ein wenig voraus sein.

Müssen schon mal selbst durchlebt haben, was wir den lernenden Mitarbeitern und Führungskräften empfehlen. Unsere aktuell dringendste Herausforderung scheint mir deshalb die eigene Kompetenz-Entwicklung zu sein!

Hier ein paar Gedanken dazu:

  • Unternehmen wollen das Silo-Denken überwinden. Dafür treiben sie die Vernetzung der Mitarbeiter voran.
    • Wie gut sind wir Learning Professionals eigentlich intern und extern vernetzt?
    • Was tun wir eigentlich, um das Lernen in Netzwerken zu fördern?
  • In Unternehmen gibt es eine zunehmende Zahl von selbständigen, agilen Teams.
    • Wie gut unterstützen wir eigentlich selbstorganisiertes Lernen?
    • Wie gut kennen wir eigentlich die Arbeitsweise und die Bedarfe selbstorganisierter Teams?
    • Wie agil arbeiten und lernen wir eigentlich im L&D-Team?
  • Das selbstorganisierte Arbeiten, egal wo, egal wann, wird immer üblicher.
    • Was tun wir eigentlich, um Lernen von überall und zu jeder Zeit zu ermöglichen?
    • Wie selbstverständlich ist eigentlich selbstorganisiertes Lernen für uns selbst?
  • Unternehmen versetzen sich immer mehr in ihre Kunden, um ihre Produkte zu verbessern
    • Wie gut kennen wir eigentlich die “Customer Journey” unserer Kunden (Teilnehmer)?
    • Wie oft sprechen wir eigentlich vor einer Kursentwicklung mit den Ziel-Personen?
  • Produkte tragen immer mehr Informationen mit sich (IoT).
    • Was tun wir eigentlich, um dort auch Lerninhalte unterzubringen?
  • Unternehmen setzen immer mehr Chatbots für die Kunden-Kommunikation ein (24/7).
    • Was tun wir eigentlich, um Lernenden diesen Service auch zu ermöglichen?
  • Unternehmen werten immer mehr Daten mit KI aus, um besser zu werden.
    • Was tun wir eigentlich, um für Lernende deutlich bessere Angebote zu schaffen?
    • Werten wir eigentlich vorhandene Daten aus Hotline-Anfragen, Service-Einsätzen, ESN-Diskussionen, … auf notwendige Lernbedarfe aus?
  • Unternehmen bereiten sich auf neue digital unterstützte Geschäftsmodelle vor.
    • Was tun wir eigentlich um unser L&D-Geschäftsmodell zu verändern?
    • Was tun wir eigentlich, um das Unternehmen bei diesem Change zu unterstützen?
  • Unternehmen suchen Partner, die sie beim notwendigen Wandel begleiten und unterstützen.
    • Warum sind wir eigentlich nicht der wichtigste Partner dafür?
    • Welche unserer Kompetenzen sind es eigentlich, die uns für eine solche strategische Partnerschaft auszeichnen?
    • Was tun wir eigentlich, um die dafür noch fehlenden Kompetenzen zu erwerben?

Nicht jede Organisation ist heute schon bei all den o.g. Themen. Über kurz oder lang werden aber fast alle dort landen. Dafür werden

immer Partner benötigt, die die Menschen in der Organisation zum Lernen anregen und beim Lernen begleiten. Wenn die L&D-Professionals dafür die nötigen Kompetenzen nicht ausstrahlen, stehen genügend andere bereit, diesen – unseren – Job zu erledigen.

Dringendstes Thema: Unsere eigene Kompetenzentwicklung

Deshalb ist aus meiner Sicht heute unsere eigene Kompetenzentwicklung das dringendste Thema! Nicht jeder im L&D-Team wird alle

dafür nötigen Kompetenzen aufbauen können. Aber dafür gibt es ja in der Regel ein Team. Sprecht Dich ab, wer sich worauf vorbereitet. Und probier dabei ungewohnte Lernformate gleich selber aus. In jedem Falle geht es aber ums selber Tun: Ko

Bild: mohamed_hassan by https://pixabay.com/de/

mpetenz kann man sich nur durch Handeln selber erarbeiten.

Das Ottobock-Team hat den letzten CL Sprint am 9.11.2018 dazu genutzt, 4 Kompetenz-Cluster für uns Corporate Learning Professionals zu definieren. 4 Teams aus der Corporate Learning Community haben gerade begonnen, die jeweils notwendigen Kompetenzen mit dem Ziel 2025 konkret zu definieren:

  • Kompetenzcluster Digitale Kompetenz: Derzeit 21 Aktive
  • Kompetenzcluster Kommunikation / Marketing: Derzeit 15 Aktive
  • Kompetenzcluster Change / Tranformation Management: Derzeit 17 Aktive
  • Kompetenzcluster Beratung Coaching Mentoring: Derzeit 10 Aktive

Falls Du auch mitmachen willst, hier die noch immer offene Liste, oder der Zugang zur-Slack-Gruppe dafür.

Nicht warten – persönlich starten

Egal ob Du Netzwerk-Kompetenz (da wäre ein WOL- oder LernOS-Zirkel ein guter Start), oder selbstorganisiertes Lernen (da ist das 70:20:10 Modell ein guter Einstieg) brauchst, oder ob Dich digitale Geschäftsmodelle (auch für L&D) interessieren, nimm Dir Dein persönliches Handlungs-Ziel vor, setz Dir einen Zeitrahmen, nutze die Community um Dich mit Anderen dazu auszutauschen – und fang jetzt an!

Vielleicht kannst Du ja schon von ersten Erfolgen beim CLC19HH berichten?

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